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Tour Nr. 12.: Sattel-Schwenk und Gipfelsturm
Bericht
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Ein Knall reißt uns aus den Federn. Von draußen tönt Klacken und Scheppern, durchsetzt mit Fehlzündungen herein. Zehnmal, fünfzehnmal. Wieder ein Knall. Des Rätsels Lösung: Da versucht einer, seine Zweiventiler-XT anzuwerfen. Dem Mann ist nicht zu helfen, vorerst. Abgesoffen. Warum das ganze Theater aber schon um sieben Uhr früh? Der wollte wohl als erster auf dem Großglockner sein. An Einschlafen ist nicht mehr zu denken, denn um 8.30 Uhr ist sowieso Abfahrt. Aber nicht zum Glockner, sondern in die andere Richtung.
Dank des XT-Anstarters sitzen alle rechtzeitig auf den Böcken. Bis zur Stadtgrenze von Lienz scheinen auch alle munter zu sein. In Huben ist die Hälfte wieder im Halbschlaf versunken. Na ja, spannend ist diese Strecke halt nicht.
Aber dann geht’s los. Das Defreggental wird mit jedem Höhenmeter rauher, auch kühler bis kalt. Kunststück, so früh am Tag. Da muß es nicht erst Herbst sein, das kann’s auch im Sommer. Aber Hauptsache der Himmel ist blau und die Straße trocken.
Am mittlerweile verwaisten Grenzübergang ist vorerst einmal Pause angesagt. Die Strecke ist noch nicht offen, erst in einer Viertelstunde. Die vergeht mit Hüpfen und Rückenklopfen. Viel Kraft hat die Sonne noch nicht! Nach dem Ampelstart ist aber sowieso keine Zeit mehr zum Zittern. Die Kurven sind eng, die Straße schmal – das ist bei der Ab- nicht anders als bei der Auffahrt. Dafür ist der Blick frei auf den unglaublich türkisblauen Antholzer See. Der uns mit einem freundlich geöffneten Wirtshaus und dem ersten echten Espresso des Tages empfängt. Das gibt Kraft, für die flotte Fahrt bis Olang, weiter nach Toblach und durchs Höhlensteintal bis Schluderbach. Am Misurina ist (schon) wieder Pause angesagt. Das ist und bleibt Pflichtprogramm.
Mittlerweile sind Heerscharen an Motorradfahrern unterwegs. Auch zu den Drei Zinnen. Die Mautstraße ist nicht lang, aber äußerst herzhaft. Beim Anblick der mächtigen drei Felssäulen bekäme man fast Lust zum Bergsteigen. Hier oben ist alles Stein, der Blick ins Tal schwindelerregend. Gott sei Dank ist die Straße sehr übersichtlich, patscherte Busfahrer kündigen sich optisch rechtzeitig an, sonst bliebe nur noch der Absprung in den Abgrund. Doch der Ausblick vom Rifugio di Auronzo lohnt alle Mühen und Schrecken.

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