Tour Nr.13: Wenn Englein reisen

Bericht




Markt Ardagger ist ein stilles Örtchen, dicht an der Donau. So idyllisch und ruhig, daß wir des Morgens doppelt brav und verhalten hinausrollen, bevor wir ins Mostviertel eintauchen. Es ist eine obstige Gegend hier, zum Hineinbeißen in die frischen Birnen und Äpfel links und rechts des Weges.

So manch einer von uns hat sie ja schon am Vorabend gekostet, allerdings in flüssiger Form, in gesunden Säften und – vorsichtig aber doch – auch in klarer, destillierter Version. Nichts sollte den klaren Blick auf die Schönheiten Niederösterreichs trüben, von denen die Barockstraße einige bietet. Schwungvoll geht’s dahin, in der sanft gerundeten Landschaft, von Ulmer- nach Euratsfeld über Ferndorf und den Hochkogel nach Randegg und Gresten sowie Gaming, wo die gleichnamige Karthause steht.

Der Grubberg ist ein Vorgeschmack auf kommende Höhenflüge. Rechts ab führt unsere Route am Lunzer See vorbei, zum ersten Steigungs-Zuckerl, dem Zellerrain. Nicht hoch, aber schmal wie ein Waldpfad und mit beachtlichem Gefälle nach Überwindung der Paßhöhe. Und dann sind wir mittendrin, im Einzugsgebiet von Mariazell.

Der Erlaufsee, nur im Hochsommer zum Baden geeignet, und Mitterbach, Sommer- wie Winterfrischezentrum, liegen am Weg, bevor wir das geistliche Zentrum Ur-Österreichs erreichen. Es ist ein sehenswertes Städtchen, mit der Kirche und all den Devotionalien-Standeln im Zentrum.

Die Mariazeller haben sich auch längst an die vielen Motorradler gewöhnt; der Chef des Doms segnet sie alle, die Schnellen und die Langsamen, gibt ihnen ein Schutzengerl mit auf den Weg. Und auch im ehrwürdigen Goldenen Hirschen, dem ersten Hotel und Kaffeehaus am Platz, bekommt jeder Biker ein Lebkuchen-Herz mit auf die Reise, mit dem vielsagenden Hinweis: Fahre nicht schneller, als Dein Schutzengel fliegen kann.

Na, da darf ja nichts mehr passieren!


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